Stiefkindadoption – Allgemeines

… Oder auch absolute Behördenwillkür! 

Das ganze Thema Stiefkindadoption ist so eine Sache… 

Leider müssen Lebenspartner das in der Ehe (oh Pardon… In der Lebenspartnerschaft) gezeugte Kind später adoptieren! 

Es ist nicht automatisch das Kind von beiden und es reicht nicht die alleinige Ablehnung des Spenders vor Gericht, wäre wohl dann zu billig und zu schnell erledigt *achtung ironie*

Das Ganze ist für mich Diskriminierung!

Denn ein Stiefkind, ist ein Kind welches vom Partner mit in eine Ehe gebracht wird!

Wenn ein heterosexuelles Paar per Samenspende schwanger wird, dann ist dies automatisch das Kind von beiden! Dieses heterosexuelle Paar muss nicht adoptieren! Und es schert sich auch keiner darum ob diesem Kind später erzählt wird, daß Papa gar nicht der Erzeuger ist! 

Voraussetzungen

Zudem sind von Bundesland und sogar von Stadt zu Stadt die Anforderungen anders. So gibt es zum Beispiel in Hessen das Gesetz, daß das Paar mindestens 3 Jahre verheiratet sein muß! Mal unter uns, ein Paar welches seit 10 Jahren zusammen ist und erst ein Jahr davon  verheiratet wird wohl eine gefestigtere Beziehung haben als ein Paar, welches 4 Jahre zusammen ist und davon 1 Jahr verheiratet! WER lässt sich solche Vorschriften einfallen ?! Klar bei jemandem der künftige Stiefkinder in die Ehe mitbringt ist das eventuell umsetzbar…

Aber wie gesagt ES IST KEIN STIEFKIND!!!! 

Weitere Anforderungen sind bei unserer Stadt (hier gibt es Unterschiede auf Bundesebene und sogar auf Städteebene)

  • Führungszeugnis
  • Staatsangehörigkeitsausweis (damit man auch tatsächlich deutscher Bürger ist, denn der Personalausweis und auch eine Geburtsurkunde ist nicht aussagekräftig genug.)
  • Gesundheitszeugnis 
  • Lebensgeschichte (je nach Bundesland)
  • Bestimmtes Mindestalter
  • Stellungnahme des Jugendamtes (dafür natürlich vorherige Besuche nötig)
  • Das Pflegejahr (wobei das die meisten Richter nicht fordern bei Homosexuellen), hier ist es wohl wirklich nur bei Stiefkindern so. Unabhängig davon kann die Stiefkindadoption erst nach 2 Monaten beantragt werden. Siehe Schreiben unten vom Anwalt des Lesben/Schwulenverbandes:
  •   

Das ganze Verfahren dauert auch überall unterschiedlich! Man hört von 6 Monaten an aufwärts, je nach Familiengericht & Jugendamt.

Zum Wohle des Kindes?! Wohl kaum! 

Bei unseren Wunschkindern macht man es uns allen so schwer und morgen liest man dann wieder in der Zeitung, daß Kinder misshandelt /getötet wurden… Wo sind denn da die Behörden?! Warum wird nicht jede Familie zur Prüfung ans Jugendamt gemeldet? Ich fände so etwas sinnvoll! 

Und das Kind bleibt doch so oder so in der Familie! Selbst wenn das Familiengerecht die Stiefkindadoption ablehnen würde! 

Wie dem auch sei, hier gibt es definitiv Handlungsbedarf! Leider traute sich bisher noch keine(r) vor Gericht… die Familien, die ich kenne sind froh, daß es endlich „erledigt“ ist. Ich bin mir aber sicher, daß dann die ganze Prozedur nochmals durchdacht werden würde und es ein anderes, schnelleres Verfahren gäbe! 

Nochmal… Ich finde es keine Diskriminierung gegenüber Heterosexuellen, die eine Stiefkindadoption durchführen, denn auch die müßen sich wie Verbrecher prüfen lassen. Aber ich finde es eine Diskriminierung, weil heterosexuelle Paare die durch Samenspende ein Kind gezeugt haben, dieses Verfahren nicht durchlaufen müßen! 

Weil der Weg noch nicht holprig genug ist, wurde nun vom BGH folgendes Urteil gefällt:   
Hier wird es künftig um einiges weniger „Bienchen“ geben, die Fremden helfen… Denke im Freundeskreis wird weiterhin geholfen, aber das wollen nicht alle Mütter und nicht alle haben eine so tolle Biene wie wir 🙂