Stiefkindadoption – Allgemeines

… Oder auch absolute Behördenwillkür! 

Das ganze Thema Stiefkindadoption ist so eine Sache… 

Leider müssen Lebenspartner das in der Ehe (oh Pardon… In der Lebenspartnerschaft) gezeugte Kind später adoptieren! 

Es ist nicht automatisch das Kind von beiden und es reicht nicht die alleinige Ablehnung des Spenders vor Gericht, wäre wohl dann zu billig und zu schnell erledigt *achtung ironie*

Das Ganze ist für mich Diskriminierung!

Denn ein Stiefkind, ist ein Kind welches vom Partner mit in eine Ehe gebracht wird!

Wenn ein heterosexuelles Paar per Samenspende schwanger wird, dann ist dies automatisch das Kind von beiden! Dieses heterosexuelle Paar muss nicht adoptieren! Und es schert sich auch keiner darum ob diesem Kind später erzählt wird, daß Papa gar nicht der Erzeuger ist! 

Voraussetzungen

Zudem sind von Bundesland und sogar von Stadt zu Stadt die Anforderungen anders. So gibt es zum Beispiel in Hessen das Gesetz, daß das Paar mindestens 3 Jahre verheiratet sein muß! Mal unter uns, ein Paar welches seit 10 Jahren zusammen ist und erst ein Jahr davon  verheiratet wird wohl eine gefestigtere Beziehung haben als ein Paar, welches 4 Jahre zusammen ist und davon 1 Jahr verheiratet! WER lässt sich solche Vorschriften einfallen ?! Klar bei jemandem der künftige Stiefkinder in die Ehe mitbringt ist das eventuell umsetzbar…

Aber wie gesagt ES IST KEIN STIEFKIND!!!! 

Weitere Anforderungen sind bei unserer Stadt (hier gibt es Unterschiede auf Bundesebene und sogar auf Städteebene)

  • Führungszeugnis
  • Staatsangehörigkeitsausweis (damit man auch tatsächlich deutscher Bürger ist, denn der Personalausweis und auch eine Geburtsurkunde ist nicht aussagekräftig genug.)
  • Gesundheitszeugnis 
  • Lebensgeschichte (je nach Bundesland)
  • Bestimmtes Mindestalter
  • Stellungnahme des Jugendamtes (dafür natürlich vorherige Besuche nötig)
  • Das Pflegejahr (wobei das die meisten Richter nicht fordern bei Homosexuellen), hier ist es wohl wirklich nur bei Stiefkindern so. Unabhängig davon kann die Stiefkindadoption erst nach 2 Monaten beantragt werden. Siehe Schreiben unten vom Anwalt des Lesben/Schwulenverbandes:
  •   

Das ganze Verfahren dauert auch überall unterschiedlich! Man hört von 6 Monaten an aufwärts, je nach Familiengericht & Jugendamt.

Zum Wohle des Kindes?! Wohl kaum! 

Bei unseren Wunschkindern macht man es uns allen so schwer und morgen liest man dann wieder in der Zeitung, daß Kinder misshandelt /getötet wurden… Wo sind denn da die Behörden?! Warum wird nicht jede Familie zur Prüfung ans Jugendamt gemeldet? Ich fände so etwas sinnvoll! 

Und das Kind bleibt doch so oder so in der Familie! Selbst wenn das Familiengerecht die Stiefkindadoption ablehnen würde! 

Wie dem auch sei, hier gibt es definitiv Handlungsbedarf! Leider traute sich bisher noch keine(r) vor Gericht… die Familien, die ich kenne sind froh, daß es endlich „erledigt“ ist. Ich bin mir aber sicher, daß dann die ganze Prozedur nochmals durchdacht werden würde und es ein anderes, schnelleres Verfahren gäbe! 

Nochmal… Ich finde es keine Diskriminierung gegenüber Heterosexuellen, die eine Stiefkindadoption durchführen, denn auch die müßen sich wie Verbrecher prüfen lassen. Aber ich finde es eine Diskriminierung, weil heterosexuelle Paare die durch Samenspende ein Kind gezeugt haben, dieses Verfahren nicht durchlaufen müßen! 

Weil der Weg noch nicht holprig genug ist, wurde nun vom BGH folgendes Urteil gefällt:   
Hier wird es künftig um einiges weniger „Bienchen“ geben, die Fremden helfen… Denke im Freundeskreis wird weiterhin geholfen, aber das wollen nicht alle Mütter und nicht alle haben eine so tolle Biene wie wir 🙂 

2. Trimester 

Im März startete die Familie gesund in das 2. Trimester 🙂 

Ab jetzt war unser Fehlgeburtsrisiko stark gesunken… jetzt freuten wir uns richtig !!!! 

Wir bekommen ein Baby!!! 

  

Wir verschlungen Internetbeiträge und Bücher zum Thema Schwangerschaft. Es war alles so aufregend und neu für uns. 

Endlich erzählten wir es auch engen Freunden. Diese hatten wir noch gar nicht in unsere Kinderwunschgedanken eingeweiht, weil wir erst die kritische Zeit abwarten wollten. Alle freuten sich 🙂  

Natürlich blieben aber die Fragen „Wie, Wo“ nicht aus… allerdings wurde es mit der Zeit auch etwas „nervig“, jedesmal alles neu zu erzählen… Ja wir wissen, daß sich die meisten Leute, da nur auskennen, wenn man solche Pläne hat. Hier kam nun die Idee mit diesem Blog auf 😀 

Wir waren erleichtert, endlich unser freudiges Geheimnis teilen zu können. 

Für Ostern planten wir es meinen Geschwistern zu sagen und so eiferte ich Ostern entgegen. 

Ich überlegte wie wir von der Schwangerschaft berichten… Erst waren T-Shirts mit Tante/Onkel 2015 in Überlegung, aber das wäre komisch gewesen, denn sie sind ja alle schon mehrfach Onkel/Tante und es wäre ja dann ungerecht gegenüber den anderen Neffen/Nichten… Wie wenn unser Kind was „Besseres“ wäre als die bereits Vorhandenen. Fand den Gedanken daran nicht passend. 

Wir beschlossen es mit einer Karte zu „sagen“… 

Und zwar das Bild des Schwangerschaftstests vorne und hinten einen Text… Gesagt, getan… 

Im Text stand: „Wir wünschen schöne Ostern, (unsere Namen) und ???“, das Bild wurde so in den Umschlag gelegt, daß automatisch zuerst der Text zu sehen war und so lasen sie… Beim Fragezeichen angekommen, stiegen auch bei Ihnen wortwörtlich die Fragezeichen empor 😀  als wir nichts dazu sagten, drehten sie intuitiv die Karte um und sahen das Bild des Tests … Und auch hier gingen wieder die Fragen los, nach der Erklärung kam dann die Freude der/des künftigen Tante/Onkels 🙂

Und die Idee vom Blog vertiefte sich 😉 

Die mittlere Schwester meinte zu mir „du wirst Papa, du wirst Papa“, mir ging das so gegen den Zeiger! Und ich sagte „So ein ….  Geschwätz! Nein! Ich werde nicht Papa!“ Ich bin die Co-Mutter!“ 

Meine Güte, wie mich dieses typische Hetengelabere annervt!  Genauso wie „wer ist denn Mann und wer ist Frau?“ Äh, wir sind beides zwei Frauen ?! Auch wenn ich maskuliner bin… Es geht auch ganz ohne Eure vorfertigten Rollen! Wenn ich ein Mann sein wollte, könnte ich mich operieren lassen, aber warum sollte ich!? 

Die ältere Schwester meinte „oh aber nicht dass der Vater dann doch Kontakt will“… Wir versicherten, daß das nicht der Fall sein wird, denn das ist geklärt, zudem ist es nicht der Vater, sondern nur der Erzeuger! Darauf hin kam dann „das hab ich schon bei anderen gehört“… Nachdem uns das schon total auf die Nerven ging, fragte ich nur „echt, wieviele lesbische Paare kennst Du denn, die das auch so machten?“, mit dieser Frage war die Diskussion dann beendet, denn es gab keine anderen Lesben, die sie kannte und die, die Siefkindadoption achten… Das Kommentar meines Bruder „dann seid ihr ja nun voll trendy“ … 😀 

Wir schweifen vom Thema ab… Also zurück zu den wichtigeren Dingen… Unserem Baby 🙂 

Dem restlichen Umfeld wie zB Kollegen, weiteren Familienmitgliedern erzählten wir noch nichts. „Die werden es dann schon noch mitbekommen“, dachten wir uns. Ein paar Auserwählten erzählte ich davon. 

Wir fiebern nun erstmal unserer 2. Ultraschall-Untersuchung am 15.04. bei einer hoffentlich kompetenten Ärztin entgegen 🙂  

Und am 24.4. dem Notartermin, in dem ein Schreiben aufgesetzt wird, daß unser Bienchen die Vaterschaft ablehnt und die spätere Stiefkindadoption (erst nach Geburt möglich) durch mich „erlaubt“. Das ist wichtig, denn seit März (also brandneu) gibt es Familiengerichte, die Adoptionen – wenn „anonyme Spender“ angegeben werden, ablehnen.  

 Aber unsere Meinung dazu kennt ihr ja – selbstverständlich darf das Kind seine Wurzeln kennen lernen! Und darf darf gerne auch amtlich festgehalten werden.

Auch hier bestätigt sich, daß wir ein tolles Bienchen haben, denn er willigte gleich ein, obwohl wir ja ursprünglich gegenüber den Behörden ausgemacht hatten, ihn als „anonym“ zu nennen. Aber die Gesetze ändern sich… Und es bringt keinem etwas, wenn das spätere Verfahren dadurch verlängert wird. 

Zudem wollen wir auch eine Generalvollmacht aufsetzen, in der geregelt wird, daß unser Baby bei mir bleibt, sollte meiner Frau was zustoßen und die Adoption ist noch nicht erledigt. 

Ich gehe erkläre in einem extra Beitrag die Stiefkindadoption. 

Update folgt 🙂 

2. Ultraschalluntersuchung 
Endlich hatten wir unseren Arzttermine und alles ist gut 🙂  unser Baby ist etwas schüchtern und wollte sich nicht so zeigen, so daß bisher der Verdacht besteht, daß es ein Mädchen ist… Aber wer weiß 😉 

Ein Bild auf dem das Köpfchen schön drauf ist, haben wir leider nicht, in dem Moment als die Ärztin abdrückte drehte es sich weg.

Aber wir haben einen kleinen Käsefuß 😀

  Der Fuß ist unten zu sehen, wir sehen quasi die Fußsohle. Das Runde ist eine Pobacke… 

Nachdem alles ok ist, fällt uns nun ein Stein vom Herzen 🙂

Bergfest 

Juhu ab nun wird rückwärts gezählt, wir haben die Hälfte hinter uns 🙂 

Hier ein Bild von unserer (vermutlichen) Tochter in der 23. SSW 

 

Zur Feier des Tages haben wir das Kinderzimmer bestellt… Dies hat 8 Wochen Lieferzeit und da wir im Juni mit dem Einrichten beginnen möchten, passt das ganz gut 🙂

Wir freuen uns!!! 🙂 

1.Trimester 

2015 beginnt wundervoll 🙂 🙂 🙂

… wir könnten die ganze Welt umarmen! 

Den positiven Test hatten wir am 01.01. gemacht und so freuten wir uns auf das Jahr 2015 🙂 

Man könnte auch sagen „es läuft bei uns“ 😉 

Nachdem wir unser Glück über den erfolgreichen zweiten Versuch von Tag zu Tag mehr begriffen, wuchs gleichzeitig auch die Angst das kleine Wunder zu verlieren…
Die kritischen drei Monate … Wir machten uns Mut, daß wenn wir es verlieren würden irgendetwas nicht gestimmt hätte und es die natürliche Selektion des Körpers wäre… Wir trauten und anfangs kaum uns zu freuen! Eigentlich total dämlich! Eine Freundin meinte, das Vertrauen ins Baby wächst mit jeder Woche – ich war eher skeptisch… Aber Tatsachen von Woche zu Woche wuchs die Vorfreude und drängte die Angst zurück.

Bei meiner Frau machte sich Dauerübelkeit bemerkbar, aber zum Glück ohne Spucken! Auch konnte sie z.B. die Küche nicht mehr riechen und nahm allgemein Gerüche sehr stark wahr. Auch die Müdigkeit war da, sie schlief sehr viel. Man merkte, daß der Körper sich umstellte und Energie benötigte.
Das Problem mit Ärzten…

Meine Frau war vor zwei-drei Jahren das letzte Mal bei ihrem Frauenarzt zur Kontrolle und wollte auch weiterhin zu diesem, da dieser wohl sehr gut war (zum damaligen Zeitpunkt).

Es kam also der erste Termin an dem Blut genommen wurde um die Schwangerschaft zu prüfen. Ich war bei diesem Termin nicht dabei, nur um im Wartezimmer zu warten muß ich da nicht mit… Wir hatten beschlossen, daß ich immer zu den Ultraschalluntrsuchungen mitkomme, welche pro Trimester einmal (es sei denn man hat eine Risikoschwangerschaft) von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. 

  
Bei diesem ersten Termin meinte meine Frau schon, daß der Arzt einen etwas vergesslichen Eindruck machte… Wir dachten uns aber nichts weiter dabei, sie war ja damals von ihm begeistert und er ist ein erfahrener Frauenarzt! 
Bei der Blutabnahme wurde auch ein Taxoplasmose-Test gemacht, da wir ja Katzen hatten und diese meist positiv sind bzw. auch die Menschen meist positiv sind. Im Falle von einem positiven Test wäre das gut, denn dann kann es während der Schwangerschaft zu keiner Ansteckung mehr kommen. Denn Taxoplasmose ist gefährlich für das Ungeborene! 

Nach einer Woche kam dann das Ergebnis: Negativ 

Mist! Wir hatten gehofft, daß meine Frau positiv ist. 

Also hieß es nun vorsichtig sein, gegenüber fremden Katzen. Ansonsten übernahm ich sowieso bereits schon den Klo-Sauber-Mach-Dienst bei den Katzen. 

Zudem wird empfohlen bei Negativ-Test pro Trimester einmal zu testen, damit der Arzt rechtzeitig reagieren & behandeln kann. 

Die erste Ultraschall-Untersuchung

Juhu der erste Ultraschall stand in der 9. SSW an 🙂

Aufgeregt gingen wir zum Termin. Endlich wurde meine Frau gerufen und sie fragte an der Rezeption ob ihre Frau (also ich!) auch mit rein dürfe – die Arzthelferin verneinte… Anscheinend dürfen dort wohl nie die Partner mit rein. Erst nach der Untersuchung… 

Also wartete ich gereizt im Wartezimmer und regte mich auf, daß ich unser Baby nicht live mit meiner Frau sehen durfte! Für mich stand fest, der Arzt muß gewechselt werden! Überall hört man von dem ersten gemeinsamen Ultraschall und mir wird dieser Moment verwehrt! 

Endlich kam meine Frau und meinte ich solle mitkommen und dann durfte ich endlich unser Baby auf dem Monitor sehen. Meine Frau erklärte mir dann wo was zu sehen wäre und ich betonte etwas lauter „bist Du nun der Arzt und erklärst das?“ … Vermutlich wurde das gehört und die Arzthelferin (nicht der Arzt) versuchte sich am Deuten des Ultraschalls… 

Wir fassen zusammen: ich bekomme ein Standbild, anstatt live dabei zu sein und der Arzt ist sich zu fein um das Bild zu erklären?! Was läuft denn hier, denke ich mir! Und weil das noch nicht reicht, fängt plötzlich der Arzt neben uns an mit sich selbst zu reden… Wir sind uns da nicht ganz sicher, ob er mit uns oder mit sich redete… Schrecklich!!! Im Nachhinein lachen wir darüber, aber zu dem Zeitpunkt war uns nicht danach. 

Er erzählte uns dann noch, daß meine Frau keine Katzen mehr streichen solle usw… Lieber Arzt: Taxoplasmose wird nicht über Streicheln übertragen!!! Und ja natürlich… Unsere beiden Fellbabys werden nun nicht mehr gestreichelt – geht’s noch?! 

Nun ja das Wichtigste war aber, daß mit Baby alles in Ordnung war! Allerdings konnten wir uns darüber gar nicht so richtig freuen, aufgrund des Gesamteindrucks der Praxis. 

Also schnell raus aus diesen inkompetenten Praxisräumen! 

Auf der Rückfahrt waren wir uns einig, daß meine Frau den Frauenarzt wechselt. Wir hatten null Vertrauen zu ihm und dieser verwirrte Zustand von ihrer ersten Kontroll-Untersuchung hatte sich noch verschlimmer!

Nein! Dem möchten wir nicht die Gesundheit unseres Babys und meiner Frau anvertrauen! 

Am nächsten Tag machte meine Frau, dann einen Termin bei meiner Frauenärztin. Allerdings mussten wir auf diesen Zermin bis zur 20. SSW warten!!! 

Also hieß es bis dahin, weiterhin zu dem verwirrten Arzt… Wir waren wirklich richtig verunsichert! Er ging auch in der späteren Untersuchung nicht auf ihre Ängste ein etc. schrecklich, wenn man seinem Arzt nicht vertraut!!! 

Zu einem Geburtsvorbereitungskurs hatten wir uns auch bereits angemeldet, dieser findest im August statt.

Wir fieberten dem 2. Trimester und unserem nächsten Ultraschall entgegen. Auch die Angst wurde weniger. 

Die Übelkeit, Müdigkeit und Geruchsempfindlichkeit blieb… 

Die Heiminsemination 

… oder auch Bechermethode genannt.

Nachdem wir uns entschieden hatten, maximal drei eigene Versuche ohne Kinderwunschklinik zu versuchen, besorgten wir uns die nötigen Utensilien:

  • Urinbecher mit Deckel, steril
  • Insulinspritze
  • Ovulationstests & Zyklusapp hatten wir bereits im Einsatz zum Üben & feststellen ob der Zyklus regelmäßig ist
  • Globuli „Ovaria Comp pzn 08786879“ von Wala, dies kann man unterstützend bei Kinderwunsch nehmen.

Anhand der Zyklusapp konnten wir bereits im Vorfeld den Circa-Termin mit unserem „Bienchen“ ausmachen.

Dann war es im November soweit und wir starteten aufgeregt den ersten Versuch. Ich gehe hier nicht ins Detail, aber „die Welt ist eine Google“… Da findet ihr alles über die Heiminsemination 😉

Das Bibbern beginnt…

Ab diesem Tag beginnt das „bibbern“…. Man hofft, daß man zu den Glücklichen gehört. Man versucht die Signale zu deuten und hat auch Angst, daß man sich etwas einbildet. Meine Frau ist eher die Frau, die sich lieber keine Hoffnungen macht, um nicht enttäuscht zu werden. Die Tage bis zur nächsten Regel vergingen langsam und wir hofften, daß diese ausbleibt! Man versucht nicht ständig daran zu denken, doch die Gedanken kreisen ständig um das Thema. Und dann… Dann kommen die Signale, wie wenn die Regel vor der Tür steht… Man versucht weiter zu hoffen, denn die Hoffnung stirbt doch zuletzt!!!

Und dann ist sie da… Die Regel 😦  alles hoffen umsonst! Man ist enttäuscht… Gedanken gehen durch den Kopf… Wieviele Paare haben „Unfälle“? Wieviel „dummer“ Zufall muss im Spiel sein, daß wirklich alles passt um aus Versehen schwanger zu werden? Wir hatten uns hier vorher nie Gedanken darüber gemacht aber je mehr man darüber nachdenkt, desto ungerechter kommt es einem vor. Wir wollen auch ein Wunder! Nun ja … Also weiter geht’s!

Aufstehen, Krone richten und weiter! 

Mit dieser Enttäuschung im Hinterkopf planten wir im nächsten Zyklus den zweiten Versuch. Und so „buchten“ wir unser Bienchen genau am ausgerechneten Eisprungtag, im Dezember.

Wir hatten nun wirklich alle Tips aus dem Internet zusammen getragen und umgesetzt! Dazu gehörte die Ergänzung unseres Vorhabens mit:

  • Preseed Gel
  • 10min nach Spende warten mit Insemination
  • Gefüllten (verschlossenen) Becher am Körper auf Körpertemperatur halten… (z.B. in BH stecken)

Beim zweiten Versuch war die Aufregung selbst bei allen Beteiligten nicht mehr so stark, dafür aber die Angst daß es wieder nicht klappen könnte…. Man wünscht es sich doch so sehr!

Nun hieß es also wieder Warten… Wieder Geduld üben… Genau das was wir beide eigentlich gar nicht können… Und die Gedanken, die ständig wieder da sind!

Der Tag der Regel kommt näher, die Angst wird größer… Wieder sind da die Signale, welche die Regel ankündigen… Einen Tag vor der Regel, meint meine Frau enttäuscht zu mir, daß es sich wieder so anfühlt als wäre es soweit. In dieser Nacht habe allerdings ich sehr starke Gedanken, die mir sagen es hat geklappt! Seltsame Gefühle in mir… Teilweise so starke Gefühle, daß mir Tränen runter kullern während meine Frau neben mir schläft. Das muß doch ein Zeichen sein?!

Die Hoffnung, meine Hoffnung… Ich gebe sie nicht auf! Niemals! 

Am nächsten Tag, dem Tag der Regel sind wir beide arbeiten. Ich kann mich kaum konzentrieren… Alle paar Stunden frage ich per Nachricht nach, ob SIE noch weg ist … „Bisher schon“ kommt zurück. Gut denke ich 🙂

Dann endlich Feierabend… Schnell heim zur Frau… „SIE kommt schon noch“ bekomme ich zu hören… „Es sind ganz klar die selben Zeichen wie immer“…

Nein! Ich gebe nicht auf! Solange SIE nicht da ist, gebe ich nicht auf! Ich glaube an unser Baby!

Der Tag vergeht… Ohne SIE! 

Am nächsten Tag ist meine Frau also überfällig, aber sie meint noch immer SIE ist im Anmarsch „Der Zyklus ist durch die Aufregung durcheinander“, bekomme ich zu hören. Das wäre ja auch eine plausible Erklärung für mich. Aber daran will ich nicht glauben!

Ich hatte im Internet von AIDE Frühtests geholt… Das ist die selbe Marke wie von den Ovolationstests.

Also machte meine Frau am nächsten Tag (also noch einen Tag länger überfällig), einen dieser Tests.

Gespannt warteten wir das Ergebnis ab. Hmmm 😦 eine leichte Linie… „Wird wohl ein Kondensstreifen sein“ meint meine Frau. Meine Frau war enttäuscht. Da meine Hoffnung aber noch immer da war, beschloss ich heimlich auch mal zu testen, ob bei mir auch so ein Kondensstreifen zu sehen ist… Gesagt, getan…

NÖ! Also bei mir sehe ich da keinen Streifen… Oder ist da vielleicht doch ein ganz leichter? Hmmm… Bilde ich es mir ein? Naja schnell weg in den Müll damit, will ja meine Frau nicht unnötig „nerven“.

Wieder vergeht ein Tag.

SIE lässt immernoch auf sich warten

An diesem Tag gibt es die Besonderheit, daß abends ein paar Freunde eingeladen sind und wir etwas Trinken & zocken wollten… Aber die kommen erst gegen 17:00 Uhr, also haben wir ja noch Zeit um es heraus zu finden mit Tests…

Ok, nun wird langsam auch meine Frau stutzig, dass SIE solange weg bleibt… Da sie aber so Angst vor einer Enttäuschung hat, trödelt sie sehr lange rum…  Ich hatte morgens zwei Schwngerschaftstests von Clearblue gekauft, denn nun wollte ich mich nicht mehr auf den Billigen verlassen!

„Schatz, unsere Freunde kommen in einer Stunde!!“ Noch immer ist kein Test gemacht! Nach langem Betteln überwindet sie sich also und wir testen mit dem Billigtest von AIDE. Wir wollten die Teuren erst einsetzen, wenn begründeter Verdacht besteht!

Und da! Es ist eine Linie zu sehen! „Ist das so eine Linie wie das letzte Mal (der Kondensstreifen)“ frage ich und bekomme ein „Ja so ähnlich“ zu hören. Tolle Auskunft… Meine Intuition sagt mir aber, daß wir schwanger sind! Nun wird mir das zu bunt und ich hol den Clearblue.

„Ich kann jetzt aber nicht nochmal pinkeln“ bekomme ich zickig an den Kopf geworfen…  Die Uhr tickt! Es ist 16:45 Uhr!!! Also Wasser trinken… Attacke… Kurz vor 17:00 Uhr schreiben die Freunde, daß sie sich etwas verspäten… Juhu ich habe mich noch nie so über unpünktliche Menschen gefreut wie heut 😀

Endlich drückt die Blase… Los geht’s…

Nach 3 Minuten schickt mich meine Frau zum Schauen… Also drauf geschaut… „Hmm“ murmel ich vor mich hin… Da hör ich schon aus dem Wohnzimmer ein enttäuschtes „Siehst Du, wußte ich es doch“.

Nicht schon wieder eine Enttäuschung

Auf meine Intuition ist doch meist Verlass. Meine Frau kommt und schaut auch drauf und tatsächlich nicht positiv 😦  stark sein, denke ich mir… Und schau nochmal drauf, da fällt mir auf, daß das Kontrollfenster nichts anzeigt! Ich flipp aus! Der Test hat nicht funktioniert!!! Jetzt wirds streßig, schnell noch den anderen Clearblue geholt – die Freunde sind gleich da. Wir verzichten auf ganz frischen Urin, schnell rein damit und warten… Schneeeeeeeell… Gleich klingelt es!!!

Es tut sich was… 3 min sind um… Wir schauen… Waaaaaaaaaas? Waaaaaaaaas? Jaaaaaaaaa!

HURRA!!!!! Wir sind schwanger !!!! 

Wir fallen uns in die Arme 🙂  aber wir haben gar keine richtige Zeit zum Freuen… Es klingelt – unsere Freunde…. Nun nur nichts anmerken lassen! Schnell noch die Utensilien verstecken/in Müll… Den Test natürlich abfotografieren… Puh ganz schön stressig 😄.


Wir drehen durch…

Wie toll!!! Juhuuu!!! Abgefahren!!!

Da wir ausgemacht hatten, daß wir erst nach den kritischen 3 Monaten von unserer Schwangerschaft erzählen, hieß es ab jetzt „dicht“ halten!

Apropos dicht… Mit dem Wissen der Schwangerschaft wollte natürlich meine Frau keinen Alkohol mehr trinken, also brauchten wir eine Ausrede für den Tag. Wir entschlossen und zu sagen, daß meine Frau Medikamente nimmt. Für diesen einen Abend sollte das auch klappen 🙂

Was sagt uns das? Die Hoffnung niemals aufgeben! Niemals 🙂 

Ach ja und „Bißchen schwanger“ gibt es nicht… Entweder da ist eine Linie oder da ist keine 😉 

Danke liebes Bienchen, daß Du uns dieses Wunder ermöglicht hast! 

 




Die Spendersuche

Nachdem wir uns dazu entschlossen hatten unseren Kinderwunsch erstmal selbst in die Hand zu nehmen, ging es auch hier wieder ans Überlegen.
Wie, wer, wo … 

Wir stöberten viel auf der dänischen Samenbankseite, studierten Erfahrungsberichte und informierten uns bei Regenbogenfamilien, die bereits erfolgreich waren. 

Zudem schauten wir uns auch auf Kinderwunschseiten (wunschkind4you usw.) um, bei denen Männer ihre Hilfe anboten und nach Postleitzahl sortierbar waren. Die Männer hatten Profile auf denen Beschreibungen zu Ihnen waren, Beweggründe zum Spenden, Gesundheitszeugnisse, Vorstellungen über die Durchführung der Spende usw. 

Leider tummeln sich auf solchen Seiten auch „schwarze Schafe“ die versuchen auf diese Weise zu Sex zu kommen! Es ist also Vorsicht geboten. Man erkennt diese Männer aber meist an der Angabe zum Durchführungswunsch der Spende „auf natürliche Art“ und wenn dann der Nickname auch noch „Stuttgarter Hengst“ lautet, dann sollte man nicht wirklich denken, dieser Mann tut es aus Nächstenliebe… 

Wobei für uns die natürliche Art von vornherein ausschied- das Kind sollte nicht aufgrund von Sex mit jemand anderem entstehen. 

Auf der oben genannte Seite waren auch einige Schwule zu finden, die gerne eine Art Patchworkfamilie gründen wollten. Männer mit Kinderwunsch haben es ja noch viel schwerer! Für mich wäre so eine Konstellation vorstellbar gewesen, denn welches Kind kann schon sagen zwei Papas und zwei Mamas zu haben ?! 🙂 und zudem würde so etwas auch „doppelte“ Sicherheit bedeuten fürs Kind. Außerdem hätten beide Seiten ihren sehnlichsten Wunsch erfüllt bekommen… Für meine Frau war das allerdings kein so leichter Gedanke – wer teilt schon gerne 😉  somit war die Patchworkfamilie auch nicht das Richtige für uns, denn es sollten sich ja beide Partner damit wohlfühlen.

Ganz wichtiges Thema war auch hier für uns, ob der Spender später bereit wäre das Kind kennen zu lernen, sofern der Wunsch vom Kind aufkommt. 

Im Endeffekt war es dann ein Kandidat von der dänischen Samenbank und einer von der privaten Spenderseite, welche unseren Ansprüchen genügten. Wenn man es sich schon zusammenstellen kann, dann möchte man schließlich die besten Gene 🙂  Aber irgendwie waren wir trotz allem nicht zufrieden, weil beide Varianten Pro&Contra hatten. Und im Endeffekt kann jeder in seine Beschreibung, tolle Dinge schreiben die evtl. gar nicht zutreffen!

Sollte unser Kind später seinen Spender kennenlernen wollen, möchten wir uns nicht schämen für ihn!

Und nun? 

Ich hatte bereits längere Zeit vor unserer Spendersuche den Gedanken mich mal im Freundeskreis umzuhören… Denn auch hier gab es Männer, von denen wir überzeugt waren. Überzeugt im Sinne vom Charakter, Aussehen, Lebensstil… 

Groß, gebildet, gutaussehend, intelligent, freundlich, treu… JA – es gibt sie noch 😉 

Einen Mann von unseren Freunden hatten wir somit ins Auge geschlossen, es war ein langjähriger Freund von mir.  Aber wie fragt man denn jemanden, der null mit so etwas rechnet??? Wie fängt man an??? Wie reagiert er??? 

Tja es half alles nichts, wenn wir unseren Kinderwunsch näher kommen wollen, dann muss ich mich überwinden ihn zu fragen! 

Nachdem ich nicht die große Rednerin bin, entschloss ich mich das Ganze mit einem Messenger zu starten… 

Leicht errötet begann ich also zu tippen…

 Ich erklärte ihm die Sache mit den Blumen und Bienen 😄 und daß meine Frau und ich ja zwei Blumen sind… Und uns die Biene fehlt… Er schlug dann vor, dass er mal vorbei kommt und mit uns redet. 

Hoffnung kam auf

Aufgeregt blickten wir unserem Treffen entgegen. Und dann kam der Abend im September. 

Wir redeten über die Vorstellung meiner Frau und mir, daß wir keine Vaterrolle von ihm möchten und natürlich auch keine Kosten auf ihn zukommen. Es gibt im Internet Vordrucke, die dem Spender Sicherheit bringen sollen… Allerdings ist dies nicht Gerichtsfest und so erklärte ich ihm, daß seine Hilfe eine große Vertrauenssache wäre. 

Das Vertrauen ist jedoch nicht nur von seiner Seite nötig, sondern auch von meiner. Denn was ist, wenn sich plötzlich Vatergefühle entwickeln? Ich bin doch dann nur die Partnerin und habe biologisch nichts mit dem Kind gemeinsam! 

Ich erzählte ihm auch, daß ich als Partnerin das Kind adoptieren möchte und wir ihn beim Familiengericht „anonym“ behandeln (aktuelles Gerichtsurteil von März 2015, dies ist nun nicht mehr möglich!), damit er auf jeden Fall sicher ist. Auch seine Sichtweise zum späteren Kindskontakt besprachen wir und er war einer Meinung mit uns und stimmte zu, daß das Kind ihn gerne als Erzeuger kennenlernen dürfe, wenn das Kind es möchte. Als Freund der Familie würden sich die beiden sowieso später kennen. 

Auch über die Durchführung der Heiminsemination redeten wir und daß er dann während des Eisprungs ein bis zweimal vorbei kommen müßte. 

Wir beschlossen, dass er sich das Ganze in Ruhe bis zum Ende des Monats überlegen soll. Falls er uns helfen würde, könnten wir dann im Oktober starten. 

Das Warten auf seine Entscheidung war sehr belastend. Für uns ging es um unseren Kinderwunsch. 

Nach zwei Wochen kam er dann nochmals vorbei und stimmte unserem Vorhaben zu.

Hurra! Wir haben unsere Biene 😉 

Wir besprachen nun etwas mehr Details z.B. daß er einen Gesundheitstest macht um Krankheiten auszuschließen. Auch wann vermutlich der nächste Eisprung wäre, damit er schauen kann wie er arbeiten muß. 

Nun besorgten wir uns im Internet noch Ovolationstests, als Ergänzung für die Zyklus-App, damit wir zur richtigen Zeit „starten“. Hierzu ist zu sagen, daß uns die billigen Tests (AIDE) voll und ganz genügten. 

Zyklusmonitor von Clearblue&co. sind bei einem regelmäßigem Zyklus unnötig! Aber mit Kinderwunsch lässt sich eben gut Geld machen… 


Die Kinderwunschklinik

Vorarbeit

Wir haben das Glück nur wenige Kilometer von einer Kinderwunschklinik in Baden-Württemberg entfernt zu wohnen.

Aber als erstes ging es darum zu klären, ob lesbische Frauen dort überhaupt behandelt werden. Die Entscheidung obliegt dem Klinikchef und ist leider auch in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Also studierten wir deren Homepage und entdeckten dort den Hinweis, daß auch Frauen in einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ behandelt werden.

Die Behandlung muss selbst bezahlt werden. Es sei denn es würde zufälligerweise die Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht schwanger werden können. Aber daß ein Kinderwunsch bei zwei Frauen wohl weniger an der gesundheitlichen, als an der biologischen Machbarkeit scheitert, sollte allen klar sein.

Wir entschieden uns dazu, dort einen Termin zu vereinbaren… gesagt, getan… 

Unterlagen/Fragebögen

Wir bekamen Unterlagen zugesandt, welche wir ausgefüllt zum Termin mitbringen sollten.

Leider war hier eindeutig zu erkennen, daß dies Standard-Unterlagen sind, welche für Heterosexuelle Paare ausgelegt sind. Das fanden wir etwas schade, denn wir sind ja „Selbstzahler“… Und so eine Behandlung kostet im 4-stelligen Bereich!

Wir ließen uns davon nicht entmutigen und füllten fleißig die Fragebögen aus. Allerdings verstanden wir nicht warum ich, die geplante „Co-Mutter“, so Dinge wie „wie oft haben sie Sex“ oder Ähnliches ausfüllen sollte und so ließen wie dies frei, denn in unserem Fall lag ja eindeutig keine Zeugungsunfähigkeit von mir vor 😉 

Die Kopie der Lebenspartnerschaftsurkunde sollten wir auch mitbringen.

Der 1. Termin

Nach langen sechs Wochen hatten wir dann endlich unseren Termin im September. Man könnte es auch Vorstellungstermin nennen, denn wie bereits erwähnt muss kein Klinikchef eine Behandlung durchführen, wenn er es persönlich nicht „verantworten“ kann. Dementsprechend aufgeregt waren wir… 

Beim Empfang in der Klinik wurden unsere Unterlagen entgegen genommen und wir mussten beide unsere Krankenversicherungskarte vorlegen. Danach durften wir im Wartebereich Platz nehmen. Außer uns waren noch zwei heterosexuelle Paare am Warten. Es war ein etwas komisches Gefühl, denn natürlich wurden wir „gemustert“ und auch umgedreht… Es hatte dann trotz Termin ganze 1,5 Stunden gedauert bis wir zum Chefarzt gerufen wurden.

Die Methoden

Nachdem er sich die Unterlagen angesehen hatte und auch selbst einräumte, daß mein Fragebogen eher „unnötig“ ist, begann er mit der Erklärung der unterschiedlichen Methoden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • ICSI: Die Eizellen werden außerhalb des Körpers befruchtet und die „guten“ Eizellen werden dann später bei einem weiteren Termin wieder eingesetzt. 
  • IVF: Das (Spender)sperma wird mit einem Katheter direkt in die Gebärmutter eingebracht

Danach folgte eine Untersuchung meiner Frau wie beim Frauenarzt, sowie Blut und Urinkontrolle um festzustellen, ob eine Behandlung ohne weitere Medikamente (Ausnahme Eisprungspritze,welche den Eisprung für die Befruchtung auslöst) möglich ist.

Das Ergebnis wurde bis zum nächsten Termin ausgewertet. 

Für unseren Termin hatte sich der Chefarzt sehr viel Zeit genommen und ging auf alle Fragen ein. Wir hatten uns sehr gut aufgehoben gefühlt.

Die Samenbank

Für beide Befruchtungsmöglichkeiten wird natürlich auch Sperma benötigt. Dieses kann man z.B. bei einer dänischen Samenbank bestellen. Dazu ist gesagt, daß es kein anonymer Spender sein darf, den man auswählt, denn das ist in Deutschland nicht erlaubt, zumindest nicht in einer Kinderwunschklinik.

Was ich aber auch verstehe, denn irgendwann will ein Kind seine biologischen Wurzeln kennenlernen und da sollte man fair genug sein, diese Entscheidung dem Kind zu lassen! 

  

Bei der sehr bekannten Samenbank, die auch online aufrufbar ist kann man seine Auswahl treffen z.b. Augenfarbe, Größe, Haarfarbe, Alter und welche Aufbereitung das Sperma haben soll. Der Preis variiert hier je nach Anspruch und beläuft sich auf einige Hundert Euro. Zudem ist auch noch Zoll zu entrichten, was momentan 25% sind. Der Versand findet dann im Stickstoffbehälter oder mit Trockeneis statt, je nach Auswahl. Auch das Anlieferdatum kann gewählt werden. Das Sperma hätten wir direkt zur Kinderwunschklinik anliefern lassen können. 

Man kann sich das Sperma auch nach Hause schicken lassen, um eine Heiminsemination durchzuführen oder auch besser bekannt als Bechermethode. Dies war auch eine Überlegung von uns. Man hat auch hier schon Positives gelesen. 

Auch deutsche Samenbanken gibt es, allerdings sind viele davon nicht für Homosexuelle „offen“ und auch der Preis ist um einiges höher als im Ausland.

Rechtliches

Auch das Rechtliche wurde erläutert. Um sich vor späteren Unterhaltsleistungen von den Müttern oder dem Kind zu schützen, forderte unsere Kinderwunschklinik einen notariellen Vertrag in dem die Mütter den Arzt, sowie seine Klinik von Forderungen freistellen und die Co-Mutter, also ich mich verpflichte für meine Frau und unser Kind aufzukommen.

Dieser Vertrag wird nur bei Homosexuellen verlangt! Bei Heterosexuellen Paaren ist der Partner (Ehemann) automatisch dafür verantwortlich. 

Da das aber natürlich selbstverständlich für uns war, beschlossen wir einen Termin beim Notar zu vereinbaren und danach nochmals einen Beratungstermin beim Chefarzt wahrzunehmen. 

Notarvertrag

Von der Kinderwunschklinik hatten wir einen Notar empfohlen bekommen, welcher schon öfters Verträge für verpartnerte Frauen aufgesetzt hatte und dementsprechend Erfahrung hatte. Wir waren froh, dass wir nicht das „Versuchspaar“ waren…

Telefonisch machten wir einen Termin und klärten vorab die Kosten für diesen Vertrag. Laut der Dame am Telefon sollte sich der Vertrag bei circa 150 Euro belaufen – doch uns sollte noch eine böse Überraschung bevorstehen!

Also beauftragten wir den Notar. Wir bekamen auch hier wieder Fragebögen in denen wir unsere Einnahmen/Ausgaben offen legen mussten… Wielange Elternzeit genommen wird… Wie das Beschäftigungsverhältnis nach der Elternzeit geplant ist… 

Was tut „Frau“ nicht alles für ein Leben zu dritt 🙂 

Kein Heterosexulles Paar wird so etwas gefragt! 

Eine Woche später bekamen wir den achtseitigen Vertrag zur Durchsicht. Und kurze Zeit später hatten wir den Notartermin, welcher auch 1,5 Stunden in Anspruch nahm. 

Hier bekam ich einen Lachanfall und steckte dann auch noch meine Frau damit an. Damit Ihr Euch das bildlich vorstellen könnt: Man muss sich den ca. 60-Jährigen, grauhaarigen, leicht liespelnden Notar vorstellen, der total vertieft und steif seinen vorgefertigten Text runter liest und in dem gefühlt fast jedes 5. Wort ICSI, IVF & Spendersamen heißt und „Fischers Fritzes Fische“ schon fast harmlos dagegen klingen. 

DER Moment bei dem der Herr Notar völlig perplex die kichernden Hühner anschaut – Herrlich! 😉 

Danach ging es dann zum Unterschreiben des Vertrages und wieder eine Woche später bekamen wir und die Kinderwunschklinik jeweils eine Ausfertigung mit dem Vermerk, daß sich die Rechnung bei der Prüfstelle befindet und später zu gesendet wird.

Der 2. Termin

Nachdem das Rechtliche vertraglich festgehalten war, hatten wir den 2. Besprechungstermin in der Kinderwunsch-klinik. Bei diesem Termin gab es nun auch das Ergebnis der Tests. Es war alles in Ordnung und es stand gesundheitlich einer Schwangerschaft nichts im Wege.

Auf dieses Ergebnis hatten wir gewartet und wie beschlossen und zu Hause Gedanken zu machen ob und wann wir die Behandlung in der Kinderwunschklinik durchführen. Wir vereinbarten mit dem Chefarzt, dass wir uns melden.

Die böse Überaschung 

Wie bereits bei „Notarvertrag“ erwähnt, schwante uns noch eine böse Überaschung: Die Rechnung des Notars!

Circa vier Wochen nach Zusendung des notariellen Vertrages erhielten wir die Rechnung. 

Anstatt circa 150 Euro, waren es 650 Euro! 

Wie kann sowas sein? Verärgert riefen wir beim Notar an und fragten nach, denn wofür gibt es die Gebührenverordnung?! Man sagte uns, daß es Probleme gab, weil wohl die Rechnungen bisher immer zu billig waren usw. Ich ärgerte mich! Denn dieser Differenzbetrag war Geld, welches für unser Wunschkind fehlte. 

Das fängt ja gut an und ich fragte mich ob das ein schlechtes Zeichen für unsere Wunschkind-Planung ist und es vielleicht einfach gar nicht sein soll.

Ich war so sauer. daß ich auch dem Chefarzt eine E-Mail schrieb, denn dieser hatte uns den Notar empfohlen und so etwas warf nun auch keinen gutes Licht auf ihn! Es ging mir nicht um den Betrag ansich, sondern daß es soviel höher war, als angekündigt. 

Nachdem meine Frau und ich uns zu diesem Zeitpunkt bereits Gedanken über eine Heiminsemination machten, war das für uns das „i-Tüpfelchen“ um den Versuch zu unserem Wunschkind ohne eine Kinderwunschklinik zu versuchen… 







Unser Weg zum Wunschkind

Mama & Mami

 Meine schwangere Frau (29) und Ich (33 & die Co-Mutter) mit zwei bezaubernden Katzen und einem kleinen Wunder in der 18. SSW, wollen Euch hier unsere bisherigen und auch künftigen Gedanken, Erfahrungen & Erlebnisse schildern.

Aber nun erstmal zu unserem Anfang 🙂 

Wir haben uns 2009 kennen und lieben gelernt und sind 2011 zusammen gezogen. 2014 haben wir uns verpartnert und bereits zu diesem Zeitpunkt hatten wir unser Wunschkind in Planung… 

Im Herbst stand allerdings erstmal der Umzug in eine größere Wohnung an. Nachdem wir diesen erfolgreich hinter uns gebracht hatten, konnten wir uns voll und ganz auf das   „Mama & Mami werden“ konzentrieren und begannen damit das Internet nach Möglichkeiten zu durchforsten.

Zu diesem Zeitpunkt waren folgende Varianten möglich, wovon nur die ersten Beiden in Deutschland durchgeführt werden dürfen:

  • Künstliche Befruchtung durch eine Kinderwunschklinik
  • Bechermethode/ Heiminsemination
  • Die Eizellenspende bei der eine befruchtete Eizelle der Co-Mutter (rechtlicher Begriff für die nicht austragende Frau) in die Gebärmutter der Mutter eingesetzt wird. Dies ist leider nur im Ausland (z.B. Niederlanden) und mit hohen Kosten möglich. 
  • Leihmutterschaft (offiziell auch nicht in Deutschland möglich)

Meine Frau hatte sich zudem eine „Zyklus-App“ auf das Handy geladen, damit wir sehen ob der Zyklus regelmäßig ist. 

  

Wir hatten uns dafür entschieden, uns mit den beiden in Deutschland durchführbaren Methoden näher zu befassen…